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Tag 'Betteln'

“Das sollen ruhig alle sehen”

Dienstag, Februar 10th, 2009

“Der öffentliche Raum ist kein Privatclub”, mahnen Straßenzeitungs-Verkäufer und fordern mehr Platz in der Stadt für sich – „Wir werden bewusst verdrängt”, sagt Angela Traussnig von der Wiener Straßenzeitung Augustin. Meist sind es Einzelentscheidungen, die beeinflussen, wie viel Platz die BettlerInnen im öffentlichen Raum erhalten. Am Wiener Neustädter Bahnhof gehe es so weit, dass VerkäuferInnen der lokalen Straßenzeitung Eibischzuckerl selbst vor dem Bahnhofsgebäude nicht mehr handeln dürfen. Weiterlesen bei derstandard.at.

“Lästige” U-Bahn Bettler – “irritierende” Öffi-Durchsage

Montag, Dezember 29th, 2008

Die Wiener Verkehrsbetriebe gehen „sanft“ gegen „organisierte“ Bettler vor. Was sagt das über den Grad deren Bedürftigkeit aus? Weiterlesen im Blog von Irene Brickner bei derstandard.at

Ach, edle Armut

Donnerstag, Dezember 25th, 2008

Schroffe Herablassung statt dankbarer Großzügigkeit: Unsere Gesellschaft hat verlernt, mit dem uralten Gewerbe des Bettelns angemessen zu leben.

Nein, sagen die Besorgten, sie gäben diesen Leuten nie etwas. Das seien doch alles nur Mitglieder wohlorganisierter Banden aus Rumänien. Und wenn nicht, dann die würden sie alles doch nur vertrinken. Honorige Bürger bekommen bei diesen Worten oft einen ganz steifen Schritt und blicken starr nach vorne, um ja nicht vom Anblick der kauernden Gestalt am Wegesrand irritiert zu werden.

Wenn die Rechtschaffenen dann am Abend ihre Spätlese entkorkt oder den Gin Fizz gemixt haben, sind sie gerne bereit, zu erläutern, warum man den Bettlern eigentlich nie etwas geben darf: Die einen seien Sklaven gerissener, halbkrimineller Ausbeuter, die zu unterstützen frevelhaft sei. Und dann der Alkoholismus. Man werde und dürfe nicht dazu beitragen, dass die Elenden ihr Schicksal durch exzessiven Genuss minderwertigsten Fusels noch verschlimmerten, dass zum materiellen Unglück noch die dumpfe Verworfenheit des Drogenkonsums trete. Ach ja, wenn die sich eine heiße Suppe kauften oder ein Schwarzbrot… Weiterlesen bei süddeutsche.de

ZARA-Talk: Die Roma – Viele Vorurteile, wenig Wissen über Realitäten

Montag, Oktober 20th, 2008
Okt ’08
22
19:00

Ort: Depot, Breitegasse 3, 1070 Wien
Ilija Jovanovic, Obmann des Romano Centro, und Emmerich Gärtner-Horvath vom Verein Roma-Service sprechen über die soziale und gesellschaftliche Situation der Roma in Österreich.

Nach den Vertreibungen rumänischer Roma in Italien und deren Flucht unter anderem nach Österreich rückte die größte Minderheit Europas wieder in die Schlagzeilen. Viel wurde über ihre Situation in den ost- und südeuropäischen Ländern berichtet, nur sehr wenig hingegen über jene der Roma in Österreich: Wie viele gibt es eigentlich in Österreich? Sind sie eigentlich alle unterwegs? Wie steht es um ihre Chancen?

“3 Monate nur für die Polizei gearbeitet!”

Montag, Juli 14th, 2008

Cristina N. bettelt in Wien, um sich die Augenoperation zu leisten

Cristina N. aus Rumänien hat ein auf fünf Jahre befristetes Aufenthaltsverbot erhalten, das nach dreimaligem Verstoß gegen den § 2 WSLG – das ist der Wiener Bettelei-Paragraph – verhängt wird. Ein Aufenthaltsverbot für eine EU-Bürgerin ist zumindest kurios. Wäre die „öffentliche Sicherheit“ tatsächlich durch eine Bettlerin gefährdet, müsste der gesellschaftliche Zustand als krank beschrieben werden. Weiteres Kuriosum im Krieg der Behörden gegen die Armen aus Osteuropa: behördliche „Bettlerin“-Vermerke in den Reisepässen. Weiterlesen beim Augustin.

Wien erleben, Menschen erleben!

Sonntag, Juni 1st, 2008

Dieter Wabnig hat eine hat eine Homepage erstellt mit Materialien zur Diskussion des Bettelverbotes mit Kindern in Wien: http://bettelninwien.beepworld.de/

Darauf finden sich Argumente und Dokumente, die er im Zuge der Debatte um das Verbot, das am 4.Juni in Wien in Kraft tritt, gesammelt hat.

Club2 “Betteln verboten”

Sonntag, Mai 25th, 2008

Am 14.5. gab es im ORF einen Club2 zum Verbot des Bettelns mit Kindern in Wien:

Ein neues Gesetz, das für Betteln Strafen bis zu 700 Euro bzw. eine Woche Freiheitsentzug vorsieht, war Anlass für das Thema des heutigen Club 2: “Betteln verboten!” Bei Werner Schneyder war dazu die Bezirksvorsteherin des 1. Wiener Gemeindebezirks und Ex-EU-Abgeordnete Ursula Stenzel, die Wiener SPÖ-Landtagsabgeordnete Sybille Straubinger, der Grazer Pfarrer Wolfgang Pucher, der seit vielen Jahren mit seiner Vinzi-Gemeinschaft Betroffenen um die Arme greift, der Sozialpädagoge Norbert Ceipek sowie der Sozialhistoriker Gerhard Melinz zu Gast.

Einen Bericht darüber gibt es im Club2-Blog.

Strafpolitik statt Sozialpolitik

Sonntag, Mai 25th, 2008

“Nulltoleranz” oder die Säuberung des Öffentlichen Raums

Kriminalität und Gewalt ist ein Problem großer Städte; in allen Kulturen zu allen Zeiten. Das Ausmaß von Gewalt und Verbrechen hängt aber immer auch mit Reichtum und Armut zusammen. Wachsende Ungleichheit und Armut haben Einfluss auf Kriminalitätsfurcht und Unsicherheit in den Gesellschaften. So weisen Länder mit einer großen Kluft zwischen Arm und Reich in der Regel auch höhere Verbrechensraten auf. Die Wiener Hysterie um die imaginäre Bettlermafia zeigt, dass die „Nulltoleranz“-Ideologie erfolgreich die Route über den großen Teich gefunden hat. Weiterlesen beim Augustin.

Kinotipp: BARE DROMA – NICE MOVE

Freitag, Mai 23rd, 2008
Mai ’08
24
20:00

Im Topkino in Wien.

BARE DROMA – NICE MOVE (Wanderungen)
Ein Film von Norbert Prettenthaler und Stefan Schmid, A/I/RO 2004-07, OmU, Video, 104 min.

Drei Jahre lang waren die beiden Grazer Norbert Prettenthaler und Stefan Schmid in ihrer Heimatstadt, in Rumänien und in Italien unterwegs, um die Hintergründe zu der immer wieder und zuletzt im Gemeinde-Wahlkampf 2008 thematisierten Grazer Bettlerverordnung zu beleuchten. Als roter Faden durch den Film führen die Roma-Geschwister Anna-Maria und Marius. Prettenthaler und Schmid begleiten die beiden Teenager filmisch sowohl beim Musizieren mit dem Akkordeon in der Grazer Innenstadt als auch im Kreis ihrer Familie im rumänischen Heimatdorf Bistrita. Prettenthaler und Schmid gelingt das Kunststück, die politisch-juristische Diskussion um das Bettelverbot in einen facettenreichen, musikalisch-poetischen Brückenschlag von Graz in eine vorwiegend in Rumänien angesiedelte, metaphysische Roma-Welt zu verwandeln.

Am Samstag, den 24. Mai, in Anwesenheit von Norbert Prettenthaler.

Buchtipp: Vom Leben unter der Belgrader E-75-Brücke

Sonntag, April 27th, 2008

Menschen unter der Autobahn: In der Siedlung “Gazela” in Belgrad leben aus Bosnien oder dem Kosovo geflüchtete Roma. Aber auch viele aus Deutschland oder Österreich Abgeschobene. Zwei Wiener Künstler verfassten einen Reiseführer über “Karton Siti”, die Stadt der KartonsammlerInnen. Ein außergewöhnliches kleines Buch erkundet die Lebensbedingung in einer Roma-Elendssiedlung in Belgrad. Mehr über das Buch gibt es auf einer eigenen Homepage: Beograd Gazela. Ein Interview mit den Autoren gibt es bei zuender.zeit.de.

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