Das Sozialwort
Das Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich wurde im Dezember 2003 nach einem intensiven vierjährigen Prozess veröffentlicht. Es versucht aus christlicher Sicht wegweisende Antworten zu geben oder grundsätzliche Fragen zu stellen, um schließlich konkrete Schritte zur Umsetzung der erkannten Zeichen der Zeit aufzuzeigen. Es ist die Frucht eines Dialogprozesses und gleichzeitig eine Einladung für einen weiterführenden, vertiefenden Dialog zwischen Kirchen und Gesellschaft.
Dieses Sozialwort spricht in die Gesellschaft. Es spricht zugleich die Kirchen selbst an, die Teil der Gesellschaft sind und an deren Entwicklungen teilhaben, zugleich aber bemüht sind, diese Entwicklungen aus christlicher Überzeugung mitzugestalten. Neben Fragen von Arbeit, Wirtschaft und sozialer Sicherheit widmet sich das gemeinsame Sozialdokument auch den Bereichen Friedenssicherung, Bildung, weltweite Gerechtigkeit, Verantwortung vor der Schöpfung, Ehe und Familie, Lebensschutz, der Gestaltung städtischer und ländlicher Lebensräume.
Als einen “Kompass” für Denken, Leben und soziales Handeln der Kirchen in Österreich bezeichnet der Linzer Altbischof Maximilian Aichern das „Sozialwort“, Entscheidend ist für ihn die Verbindung des Sozialwortes mit der sozialen Praxis der Kirchen, die dem sozialen Zusammenhalt in Österreich dienen wolle. Dieser Zusammenhalt ist gefährdet, “wo Menschen ausgegrenzt werden durch eine abwertende Sprache, wo Schwächere nicht zu ihrem Recht kommen, wo wirtschaftlicher Erfolg keine Rücksicht nimmt auf die Umwelt und die Rechte der Jugend und zukünftiger Generationen”.
Für dem orthodoxen Metropolit Michael Staikos macht das “Sozialwort” deutlich, “dass Religion und Kirche keine Privatsache” darstellen, sondern “Faktoren, die den Menschen prägen” und vom Staat daher zu fördern seien. Die dem “Sozialwort” zu Grunde liegende “Idee der unbedingten Würde des Menschen und der daraus resultierenden Rechte” muss “zum Fundament jeder politischen Entscheidung werden”, forderte Staikos. Das Ziel des “Sozialwortes” ist es, “Diskussionen anzustoßen und dazu beizutragen, Themen auf die politische Agenda zu bringen, die ansonsten vielleicht nicht so vordringlich behandelt würden”.
Das Sozialwort gibt es als Buch zu kaufen. Der gesamte Text kann auch auf der Homepage www.sozialwort.at heruntergeladen oder unter www.ka-wien.at/sozialwort online gelesen werden. Eine ausführlichere Beschäftigung mit den Themen des Sozialwortes bietet das „Sozialwort- Weblearning“.
