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Archiv April, 2007

Gebet eines Arbeitslosen

Montag, April 30th, 2007

Herr, weißt Du wie das ist:
Wenn man arbeiten will und nicht darf?
Wenn man am helllichten Tag auf der Parkbank sitzt?
Wenn man immer wieder Absagen bekommt?
Wenn man kein Geld verdient?
Herr, weißt Du wie das ist:
Wenn man Drückeberger heißt?
Wenn man Faulpelz heißt?
Wenn man Krimineller heißt?
Wenn man arbeitsscheues Gesindel heißt?
Herr weißt Du auch:
Wie weh das tut?
Wie viel Nerven das kostet?
Wie verletzend das ist?
Herr, ich möchte Dir keinen Vorwurf machen,
ich möchte es Dir nur sagen dürfen,
dass ich mir so mein Leben nicht vorgestellt habe und
dass ich mir so elend überflüssig vorkomme:
Nicht gebraucht /
nicht gefordert /
nicht ernst genommen /
nicht geliebt.
So bitte ich Dich, Herr:
Hilf mir, dass ich Arbeit finde und
dass ich auch gebraucht werde!
Amen

(Quelle: BIMS Informationen aus der Arge für Arbeitnehmerinnen- und Betriebspastoral)

Kinotipp: ALMfilm

Sonntag, April 29th, 2007

Almfilm
ALMfilm erzählt vom Meistern des Alltags und von der Kraft und dem Selbstbewusstsein, die daraus folgen. Es ist ein Dokumentarfilm über den Arbeitsplatz von Menschen mit geistiger Behinderung, der sogenannten „Alm“ oberhalb des Kahlenberger Dörfls im Wienerwald. Ihre Behinderung wird in keiner Szene „ausgestellt“.

Die MitarbeiterInnen kommen zu Wort in Sprache oder Ausdruck und der Film bietet die Gelegenheit, diese Menschen über das Jahr bei ihren Tätigkeiten zu begleiten. Sie wirken eher wie eine alternative Wohngemeinschaft als Menschen, die in einer geschützten Werkstatt agieren. Der Film lässt sich Zeit, sodass auch Entwicklungen über einen größeren Zeitabschnitt spürbar werden. Ab 4. Mai im Stadtkino in Wien.

Der Bote als schlechte Nachricht

Freitag, April 27th, 2007

Ein Kommentar von Philipp Sonderegger zum Standpunkt des Instituts für Graffiti-Forschung, rassistische Beschmierungen sollten nicht aus dem öffentlichen Raum getilgt werden. Das Zulassen der Beschmierungen sei notwendig, um politischen Handlungsbedarf zu erkennen. Mehr bei SOS Mitmensch.

Schulkarriere einer “Illegalen”

Freitag, April 27th, 2007

Foto: derstandard.at
Sie ist 16 Jahre alt, hoch begabt und hielt schon vor der Bildungsministerin eine Rede: Ana Marija Cvitic, seit 14 Jahren “illegal”. Mehr bei derstandard.at.

Aufruf: Fremdenrechtsänderung JETZT

Donnerstag, April 26th, 2007

Mit einem Appell in einer österreichischen Tageszeitung wird SOS Mitmensch eine Änderung des Fremdenrechts einfordern. Sie wollen eine Fremdenrechtsänderung JETZT. Das Gesetzeswerk ist menschenrechtswidrig, bürokratisch und inhuman. Dies werden sie mit einem Appell als Inserat in einer österreichischen Tageszeitung fordern. Dafür bittet SOS Mitmensch dringend um Ihre Mithilfe. Mehr bei SOS Mitmensch.

Neuer Lehrgang Ethik-Investment

Donnerstag, April 26th, 2007

Die Katholische Sozialakademie Österreichs (ksoe) startet den Lehrgang „Ethische Geldanlagen für kirchliche und gemeinnützige Organisationen“.

Im Rahmen ihrer Bildungs- und Informationsinitiative „Geld und Ethik“ bietet die ksoe erstmals einen Lehrgang „Ethische Geldanlage für kirchliche und gemeinnützige Organisationen“ an. ksoe-Direktor Schlagnitweit: „Der Ethik-Investment-Sektor boomt. Die ksoe startet in diesem Feld erstmals eine Grundausbildung für Finanzverantwortliche kirchlicher und gemeinnütziger Organisationen.“ Weiterlesen

TV-Tipp Okto: andererseits 18 – “die populistische lücke”

Mittwoch, April 25th, 2007
Apr ’07
26
21:00

Jörg Flecker und Sabine Kirschenhofer stellen ihr soeben erschienenes Buch “Die populistische Lücke” vor. Umbrüche in der Arbeitswelt und Aufstieg des Rechtspopulismus am Beispiel Österreichs. Auf Okto im Wiener Telekabel oder im Internet unter http://okto.tv/?page_id=55.

Wie haben die Menschen den Umbruch des Erwerbslebens in Österreich erlebt? Wie verarbeiteten sie den Anstieg von Arbeitslosigkeit, Leistungsdruck, Unsicherheit und Ungleichheit? Haben diese Veränderungen und ihre Verarbeitung zum politischen Erfolg des Rechtspopulismus beigetragen? Flecker und Kirchhofer kommen zu dem Schluß, dass der Rechtspopulismus seinen Aufstieg einer Lücke im politischen Angebot, sozusagen einer populistischen Lücke, zu verdanken hat: Es mangelt an öffentlicher Wahrnehmung von Problemlagen, an Angeboten für die Deutung sozialer Veränderungen und an sozialer Wertschätzung bestimmter Gruppen und der Vertretung ihrer materiellen und symbolischen Interessen.

Lass meinen Briefträger in Ruhe

Montag, April 23rd, 2007

BriefträgerMarktwirtschaftliche Kriterien
werden
mehr und
mehr auf jene
Bereiche des
Wirtschaftens übertragen, die
bisher nicht über den
Markt organisiert waren. So werden gemeinwirtschaftliche Unternehmungen nach marktwirtschaftlichen Kriterien beurteilt, obwohl sie auch Leistungen erbringen müssen, die nicht marktfähig sind. Sozialwort, 188

Die Europäische Kommission hat den letzten Schritt zu einer totalen Liberalisierung der Postdienste vollzogen. Sie schlägt vor, die Verteilung der so genannten kleinen Post durch unsere Briefträger zum 1. Januar 2009 für den Wettbewerb zu öffnen. Dies ist der letzte Bereich, der bisher noch nicht liberalisiert war. Diese europäische Richtlinie hätte, wenn sie angenommen würde, verheerende Auswirkungen auf uns alle: erhebliche Verluste von Arbeitsplätzen, Preiserhöhungen, Ausschluss der Schwächsten unter uns, die nie rentable Kunden der Privatunternehmen sein können, von den postalischen Dienstleistungen. Hier können Sie dagegen unterschreiben.

Erbschaftssteuerdebatte kann politischer Wendepunkt sein

Sonntag, April 22nd, 2007

Die Debatte rund um den Verfassungsgerichtshofentscheid zur Erbschaftssteuer kann zum möglichen Wendepunkt in der Sozialpolitik werden: Sie wird zeigen, wie sozial und gerecht Österreich noch ist. Weiterlesen

andererseits 08 – Wie wirtschaften?

Montag, April 16th, 2007
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Der Verdacht, dass der moderne globale Ökonomismus totalisierende Strukturen hat, ist immer weniger von der Hand zu weisen. Sicher ist jedenfalls, dass der Primat einer bestimmten Form des Kapitalismus die Lebenswelten der Menschen weltweit ebenso verändert wie die Wertewelten und Denkformen. Dabei entstehen ungezählte neue Ungerechtigkeiten. Vor dem Hintergrund der Kontrastfolie alt- und neutestamentlicher Vorstellungen und Visionen eines gerechten Wirtschaftslebens werden in einer Podiumsdiskussion kritisch-analytische Blicke auf die gegenwärtigen Entwickungen geworfen. Auschnitte aus einer Diskussion mit Karl Klein (ÖGB-Vizepräsident) und Klaus Woltron (Unternehmer) moderiert von Regina Polak.

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