Das Geld ist ungerecht verteilt
Dienstag, April 21st, 2009Für ein solidarisches und christliches Zusammenleben brauchen wir ein gerechtes Steuersystem mit einer Vermögens-, einer Erbschafts- und Schenkungsteuer für große Vermögen. Wo der
Markt
sich selbst
überlassen bleibt, entsteht
Ungleichverteilung von
Einkommen, Vermögen und
Beteiligungschancen. Aufgabe der Politik
ist es, durch Bereitstellung einer allen zugänglichen Infrastruktur, durch eine ausgleichende Steuer- und Sozialpolitik, durch rechtliche Regelung von Arbeit und Wirtschaft dafür zu sorgen, dass alle Menschen einen gerechten Anteil an den gemeinsam erwirtschafteten Gütern und Leistungen erhalten und menschenwürdig leben können. Sozialwort 191
Steuereinnahmen sind die Voraussetzung für das Funktionieren unseres Sozialstaates. Sie nützen allen, weil damit Maßnahmen in den Bereichen Sicherheit, Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Straßen, öffentlichem Verkehr, Pensionen, Umweltschutz, Kunst, Sport, Kultur gedeckt werden: Leistungen, die dem Einzelnen gleichermaßen wie dem Gemeinwohl dienen. Wenn – wie es derzeit der Fall ist, zu wenig Geld für Schulen, für Pflege, für Integrationsmassnahmen, aber auch für eine gut ausgestattete Justiz und Polizei fehlt, dann müssen neue Einnahmequellen erschlossen werden.
In Österreich wurde die Finanzierung des Sozialstaates in den letzten Jahrzehnten immer mehr dem Faktor „Arbeit“ aufgebürdet, während der Faktor „Kapital und Vermögen“ zunehmend entlastet wurde. 1975 betrug der Anteil der Lohnsteuern an den Staatseinnahmen 18%, der aus Gewinnsteuern (Vermögen, Aktien, …) 17,4%; 2005 wurden bereits 30,2% aus Lohnsteuern aber nur noch 13,4% aus Gewinnsteuern eingenommen.
Nach einem OECD-Bericht betrug das Aufkommen aus Vermögenssteuern 2004 im Durchschnitt der EU-15-Staaten 5,3%. Österreich steht mit 1,3% an letzter Stelle im europäischen Vergleich. Weiterlesen
